Es ist Märchenzeit

21. Oktober 2021
Janine & Alisha

Seit den Sommerferien beschäftigt sich die Sek 3b intensiv mit dem Thema Märchen. In Form einer Werkstatt erfuhren die Schülerinnen und Schüler unter anderem viele interessante Fakten zum Thema. Denn schon die frühen Hochkulturen, beispielsweise die Ägypter, kannten Geschichten mit märchenhaften Zügen.

Märchen wurden also zu allen Zeiten und bei allen Völkern weitererzählt. Und wer glaubt, dass Märchen Geschichten für Kinder sind, der irrt. Märchen sollten eigentlich die Erwachsenen unterhalten. Erst die Gebrüder Grimm, welche selber keine Märchen geschrieben, sondern nur gesammelt haben, haben ihre Sammlung vor mehr als 200 Jahren unter dem Titel «Kinder- und Hausmärchen» herausgebracht. Und seitdem tragen Märchen den Stempel «Kindergeschichten».

Aber natürlich stand nicht nur das Faktenwissen im Fokus, sondern die Werkstatt enthielt auch viele Aufträge, in denen sich die Lernenden kreativ mit dem Thema auseinandersetzen konnten. Unter anderem wurden Märchenfilme gedreht und Texte geschrieben. Und als Abschluss und Höhepunkt der Unterrichtseinheit steht noch das Märchenerzählen an einer zweiten Klasse bevor.

Hier ein Einblick in unser kreatives Schaffen.

Gute Unterhaltung wünscht die Klasse S3b.


Die Lernenden hatten die Aufgabe, zu zweit ein Märchen zu einem vorgegebenen Anfang zu schreiben. Um das Ganze noch etwas anspruchsvoller zu machen, mussten die Wörter Schlafsack, Porsche, Laptop, Castingshow und Schäferhund eingebaut werden.

Der goldene Apfel

Es war vor Zeiten ein König, der hatte einen schönen Lustgarten hinter seinem Schloss, darin stand ein Baum, der goldene Äpfel trug. Als die Äpfel reiften, wurden sie gezählt, aber gleich am nächsten Morgen fehlte einer. Das ward dem König gemeldet und er befahl, dass alle Nächte unter dem Baume Wache gehalten werden sollte.
Der König hatte drei Söhne, davon schickte er den Ältesten bei einbrechender Nacht in den Garten; wie es aber Mitternacht war, konnte er sich des Schlafes nicht erwehren und am nächsten Morgen fehlte wieder ein Apfel…

Der König war wütend und schickte in der nächsten Nacht den mittleren Sohn in den Garten. Der nahm aber heimlich einen Schlafsack mit und schlief dadurch ebenfalls ein. Am nächsten Morgen war wieder ein Apfel verschwunden. Der König wurde immer wütender, deshalb schickte er diese Nacht seinen jüngsten Sohn. Dieser konnte leider seinen Kopf nicht von seinem Laptop wenden, aber der König dachte, wenn er eh immer die ganze Nacht am Laptop war, wäre er auch wach, wenn der Apfeldieb kommen würde. In der Nacht war der jüngste Sohn wach, aber auf seinen Laptop fixiert, so dass er nichts mitbekam.

Am nächsten Morgen war der König stinksauer, da wieder ein Apfel fehlte. Er sagte zu seinen Söhnen: „Was seid ihr auch für Söhne!“, und lief weg. Der König überlegte und hatte seine wertvolle Brosche in der Hand, als er plötzlich ein lautes Hupen hörte. Er ging zum Fenster und staunte, wie alle anderen Leute, die um das moderne weisse Auto standen. Er ging hinunter. Als er fragte, was dies sei, sagte der Mann im Auto, dies sei ein Porsche. Als der König sah, wie viele Leute dieses Auto bewundern, kam ihm eine Idee und so fragte er den Mann im Auto, ob man dieses kaufen könne. Der Mann antwortete: „Ja, aber sicher nicht günstig! Wollen Sie es kaufen?“ „Vielleicht“, antwortete der König und überlegte. Zehn Minuten später rief er das ganze Dorf zu sich und verkündete: „Liebe Dorfbewohner, ihr habt sicher schon alles mitbekommen, was mit meinem besonderen Baum passiert ist. Aus diesem Grund mache ich eine Castingshow. Der oder diejenige, der herausfindet, wer meine Äpfel stiehlt, dem kaufe ich diesen Porsche. Also, überlegt es euch gut! In einer Stunde geht es los.“ Die Dorfbewohner diskutierten und waren begeistert. Es gingen viele an die Castingshow.

Eine Woche später hatten sie das Rätsel immer noch nicht gelöst. Eines Abends war ein Mann mit einem Schäferhund an der Reihe, Wache zu halten. Er richtete es sich unter dem Baum gemütlich ein. Bevor er einschlief, sagte er zu seinem Hund: „Pass gut auf und wenn du etwas siehst, weckst du mich!“ Der Mann hatte eine besondere Begabung, er konnte mit Tieren sprechen, dies wusste aber keiner. Der Mann schlief tief und fest, als plötzlich ein leises Knacken durch die nächtliche Ruhe ertönte. Der Hund hörte dies und weckte schnell den Mann. „Da war ein leises Knacken.“ Plötzlich hörten sie Schritte, die immer näherkamen. Sie sahen einen dicken Schatten, der um die Ecke kam. „Wer ist das?“, fragte der Hund. Der Schatten kam immer näher. Als der Mann erkannte, wer diese Person war, musste er ein wenig schmunzeln. „Ich glaube, der König schlafwandelt.“ Es war wirklich der König mit seinem Schlafanzug und seiner Schlafmütze.
Am nächsten Morgen ging der Mann stolz zum König und berichtete ihm die Neuigkeit. Der König glaubte dies aber nicht und sagte: „Wie kannst du das beweisen?“ Da ging der Mann mit gesenktem Kopf zurück zum Baum. Er überlegte, als plötzlich eine Stimme zu ihm sagte: „Folge mir, ich zeige es dir!“ Da sah er eine Amsel. „Hier unter dem Baum ist eine Brosche!“, zwitscherte sie. Da flog sie auch schon wieder davon. Der Mann dachte nach, denn diese Brosche kam ihm bekannt vor. Da fiel es ihm wieder ein, diese Brosche gehörte dem König. Er ging glücklich zum König und sagte, er hätte den Beweis.

Der König wurde wütend und knurrte: „Wie kannst du so etwas sagen! Diener, sperrt ihn ein. Jemand, der mich verdächtigt, ist selbst ein Dieb!“ Daraufhin flehte der Mann: „Bitte lassen Sie mir noch eine Nacht Zeit. Morgen kann ich es beweisen!“ „Ok“, erwiderte der König, „noch eine Nacht!“ Der Mann ging wieder zu dem Baum, als ihm einfiel, dass der jüngste Sohn des Königs extrem viele Elektrogeräte besitzt. Da kam der jüngste Sohn gerade durch den Garten. Der Mann fragte, ob er eine Kamera habe. Der Sohn des Königs sagte ja und zehn Minuten später bekam der Mann die Kamera. Als die Nacht anbrach, machte es sich der Mann gemütlich. Etwa eine Stunde später weckte der Schäferhund den Mann bereits. Sie sahen wieder den König, der schlafwandelte. Der Mann nahm die Kamera und filmte, so wie es ihm der Sohn des Königs erklärt hatte. Am nächsten Morgen ging der Mann zum König und der traute seinen Augen kaum. Man sah den schlafwandelnden König, wie er einen seiner goldenen Äpfel vom Baum nahm und ass. Der König wurde rot, weil es ihm so peinlich war. Er kaufte wie versprochen dem Mann den Porsche. Als der Mann dem Königssohn die Kamera wieder zurückgeben wollte, sagte der, dass er sie behalten könne. Also hat der Mann jetzt einen Porsche und eine Kamera.
Und wenn er nicht gestorben ist, dann hat er diese beiden Gegenstände noch heute.

© Schule Merenschwand